Die guten Schwestern vom Berg
Frankfurter Berg. Die beiden Ordensschwestern vom Guten Hirten, Schwester Gudula Busch und ihre Kollegin Odelia Völcker-Janssen, wurden erneut für ihre vor zehn Jahren begonnene soziale Arbeit ausgezeichnet. Den beiden ist, wie berichtet, vor allem die Integration von Einwanderern am Frankfurter Berg ein Anliegen. Für ihr Engagement erhielten sie jetzt 2000 Euro aus dem Wettbewerb „Aktiv für Demokratie und Toleranz 2007“. Vorgeschlagen hatte die beiden 74-Jährigen das Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz. Das vom Innen- und Justizministerium 2000 gegründete bundesweite „Bündnis für Demokratie und Toleranz – gegen Extremismus und Gewalt“ vergab Preise in Höhe von 1- bis 5000 Euro für vorbildliches Engagement für Demokratie und Toleranz. Die Ordensschwestern vom Guten Hirten leisten mit dem „Maria- Droste-Service“ soziale Arbeit. Die pädagogischen Angebote wie Sprach- und Alphabetisierungskurse für Migranten werden mit der Albert-Schweitzer- Grundschule und der VHS abgehalten. „Angefangen haben wir in einem Alter, in dem andere in den Ruhestand gehen“, sagt Schwester Gudula. Bei der Preisverleihung im Oberurseler Rathaus berichtete sie von einer vietnamesischen Familie, die 2004 abgeschoben werden sollte. Vier Mal wurde die Mutter von Behörden überall in der Republik vorgeladen, erlitt inmitten der Busladungen anderer Flüchtlinge, die abgeschoben werden sollten, einen Nervenzusammenbruch und kämpfte trotzdem weiter. „Ich sagte mir, diese Frau wird nur über meine Leiche abgeschoben“, schwor sich Schwester Gudula damals. Mit Hilfe des heutigen Frankfurter Kämmerers Uwe Becker gelangte die Akte der Familie doch noch in den Petitionsausschuss. Inzwischen haben die vietnamesische Mutter und zwei ihrer Kinder ein befristetes, ein Sohn ein unbefristetes Aufenthaltsrecht. (ahi / pem)
Mit freundlicher Genehmigung der Frankfurter Neuen Presse vom 15.05.2008
Foto Hr. Rüffer